Imbiss in der Toilette?
Wo gibt’s denn sowas?

Der Ursprung

Die Story 1
Am Ende sagen alle: Für den Burger hat es sich gelohnt.

Es ist ein ganz normaler Wochentag im Sommer. Mittagszeit. Unter den Hochbahnsteigen der U-Bahn am Schlesischen Tor in Berlin-Kreuzberg stehen mehr als 50 Menschen in einer langen Schlange vor einem alten Toilettenhäuschen an. Hier treffen wir den Burgermeister.

Es ist ein ganz normaler Wochentag im Sommer. Mittagszeit. Unter den Hochbahnsteigen der U-Bahn am Schlesischen Tor in Berlin-Kreuzberg stehen mehr als 50 Menschen in einer langen Schlange vor einem alten Toilettenhäuschen an. Hier treffen wir den Burgermeister.

Es bilden sich täglich lange Schlangen an dem Imbiss hier am Schlesi. Woran liegt das?

An unseren Burgern. Oft wundern sich die Leute und können nicht verstehen, warum die Menschen bereit sind, an einem lauten und anstrengenden Ort lange in der Schlange zu stehen. Aber am Ende sind sich alle einig: Für den Burger hat es sich gelohnt.

Wie kam es denn dazu, dass aus einem alten Toilettenhäuschen ein Imbiss wurde, der so viele Menschen anzieht?

Schon 2003 ist mir dieses Häuschen aufgefallen. Ich war damals abends mit einem Freund unterwegs und sah das Gebäude – ein unscheinbarer Ort, geschlossen und total verkommen.
Aber er ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Was ist denn mit dem Ding? Warum ist es zu?
Ich habe überall herumgefragt, von Amt zu Amt, sogar bis hin zum Denkmalschutz.
Aber niemand konnte mir Auskunft geben.
Schließlich stellte sich aber heraus, dass dieses stille Örtchen doch einen Besitzer hatte, eine Firma, die die Toilette eigentlich aufhübschen und wieder zur Benutzung freigeben wollte.
Aber seit 20 Jahren hatte sich nichts mehr verändert.
Ich habe jemanden im Rathaus gefunden, der mir weitere Informationen geben konnte. Es hieß, dass das historische Toilettenhäuschen denkmalgeschützt ist und abgebaut und eingelagert werden würde.

Bei dem Burger war in Berlin sofort die Hölle los
Und das war dann dein Stichwort?

Genau. Ich habe gefragt:
– Was halten Sie davon,  wenn Sie das Geld zum Einlagern sparen und stattdessen sogar noch Geld bekommen?
 Das sorgte für Verblüffung.
– Ja? Wie? Was?
– Ich miete das Ding und baue da einen Imbiss hinein.
Die Ungläubigkeit konnte ich in seiner Stimme hören.
– Ne, ne, junger Mann. Imbiss in einer Toilette? Wo gibt es denn so etwas?
Davon ließ ich mich aber nicht abhalten und beharrte weiter auf meiner Idee, bis er endlich sagte:
– Okay, ich kann das nicht entscheiden, leite Sie weiter.

Und das brachte das Ganze ins Rollen?

Leicht war es nicht. Ich habe unzählige Male angerufen und am Telefon gehangen, bis ich endlich einen Termin bekam. Der Stadtrat war sehr nett, gab aber auch zu Bedenken, dass es ein Risiko sei, so ein Imbiss auf einer Mittelinsel.
Ich konnte aber mit meiner Entschlossenheit überzeugen – das Risiko würde ich allein tragen. Dafür musste ich mich auch um die Aufbereitung und Sanierung kümmern. Im Gegenzug würde ich den Mietvertrag bekommen und müsste mit entsprechenden Auflagen rechnen: Denkmalschutz, BVG…

… eine ganze Menge Arbeit.

Ich hätte zwischendrin auch fast aufgegeben, weil es nicht mehr weiterging. Und als ich dann doch endlich mit einem Architekten die Tür aufschloss, standen wir in einem Keller voll Schwamm.
Der Architekt warnte mich
– Du ruinierst dich!
Lange Zeit ist daraufhin nichts passiert. Doch als ich einen anderen Fachmann hinzuzog, gab der Entwarnung: Das sei kein Problem, das könne man beheben. Eine Baufirma mache das in zwei Tagen.
Eine weitere Hürde schien also geschafft. Wir konnten anfangen zu bauen.
Dann kamen die nächsten Schwierigkeiten, verschiedene Anforderungen von verschiedenen Ämtern.
Aber ich hielt an meinem Plan fest, wir bauten, strichen und füllten Anträge aus. Monatelang habe ich allein und mit Ganzkörperschutzanzug und Maske gewappnet gehauen, abgerissen und geputzt. Dann kamen die Trockenbau- Geschichten und Strom. Es gab alle Hände voll zu tun.
Schlussendlich dauerte es vom Entdecken bis zur Erlaubnis ganze 3 Jahre.

Drei Jahre Zeit und Schweiß und Blut – aber Aufgeben war keine Option?

Wie gesagt, zwischendurch hätte ich fast abgebrochen. Aber dann habe ich immer wieder dieses Häuschen in der Mitte der Straße vor Augen, dieses stille Denkmal in der lauten Stadt. Eine Perle, wunderschön, mit Potential. Etwas ganz Besonderes. Deswegen wohl auch die Vorgabe der Ämter, dass das Häuschen wieder in den alten Zustand zurückversetzt werden können muss. Unser Ziel war es, dass es von außen so aussieht wie vorher, mit seinem eigenen Charme. Aber innen etwas ganz Neues bieten konnte. Das war natürlich nicht leicht und ein paar Fehler sind uns dabei auch unterlaufen – ein Mal drohte fast die Schließung.

Zu der es zum Glück nicht kam – ganz im Gegenteil. 2006 öffnete dein Imbiss.

Richtig. Wir hatten natürlich Glück: Das Jahr, in dem die WM in Deutschland war, nur sechs Monate nach unserer Eröffnung. Massen an Touristen strömten in die Stadt und so auch zu uns, auch Touristen-Führer… und es wurde über uns berichtet. Ich erinnere mich gern an die Anfänge.

Ein großer Erfolg – von Anfang an?

Als wir aufgemacht haben, war sofort die Hölle los. Das Medienecho war enorm. Es wurden mehrere Filme hier gedreht! Das hat uns sehr geholfen.

Eine lange Geschichte und ein brisanter Auftakt. Wie soll es denn weitergehen?

Wir wollen es hier in Zukunft für die Menschen noch angenehmer machen. Es geht nicht darum, dass die Schlange länger wird oder die Anzahl der Bestellungen höher. Da ist das Maximum erreicht. Das Wichtigste ist und wird immer die Zufriedenheit der Menschen sein, die in ihrer freien Zeit einen Burger genießen wollen. 

 

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